Die ULTIMATIVE Anleitung zum Bau eines leisen PC

Einleitung

Fast jeder von uns wünscht sich einen PC, der seine Arbeit so leise wie möglich, wenn nicht sogar unhörbar verrichtet. Auf dieser Seite erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst, um zu verstehen, was einen Computer laut werden lässt. Und natürlich auch, was ihr tun könnt, um euren PC zumindest etwas leiser werden zu lassen.

Natürlich ist dieses komplexe und umfangreiche Thema nicht in ein paar Sätzen vollständig zu behandeln. Aber keine Angst; ihr müsst jetzt nicht unbedingt die ganze Seite vollständig durcharbeiten, um einen guten Überblick zu erhalten. Ich würde empfehlen, erst einmal den Abschnitt 'Allgemeines' zu überfliegen, um zu erfahren, was die wichtigsten Lärmquellen sind und dann gezielt die Unterabschnitte anzusehen, die sich mit den Quellen beschäftigen, die in eurem Fall die 'Problemzone' darstellen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeines — warum ist mein PC laut?
  2. Woher kommt denn nun der Krach in meinem PC?
    1. Festplatten
    2. Grafikkarten
    3. Lüfter (z.B. CPU-Lüfter und Gehäuselüfter)
    4. Wasserkühlungen
    5. Netzteil
    6. Spannungswandler — Spulenfiepen
  3. Geräuschreduktion durch gedämmte Gehäuse
  4. Verlagerung des PCs an einen anderen Ort

Warum ist (m)ein PC laut?

Zur Klärung dieser Frage benötigen wir erst einmal ein gewisses Grundverständnis in Sachen Akustik. Keine Angst, ich werde an dieser Stelle nicht zu tief in dieses Thema einsteigen und wenn ich ganz ehrlich bin, dann liegt meine letzte Vorlesung 'Maschinenakustik' auch schon gut 20 Jahre in der Vergangenheit. Wichtig ist aber in dem Zusammenhang eine Sache, und zwar die, dass sich die Lautstärke mehrerer Schallquellen nicht addiert (im Sinne von 2x mit gleicher Lautstärke ist gleich doppelt so laut). Wer's genau wissen will: damit etwas als doppelt so laut wahrgenommen wird, müsste sich der Pegel um 10 dB erhöhen, was einer Erhöhung der Leistung um den Faktor 16 entspäche. Aber Physik hin, (Psycho-)Akustik her; das ist es ja nicht, worum es in diesem Beitrag gehen soll. Wir wollen doch nur einen leisen PC!

Nach dem gerade gesagten könnte man nun also denken: "Gut, dann macht eine zweite Schallquelle auch nicht mehr so viel aus." Das stimmt natürlich irgendwie, aber wenn wir das Ziel haben, einen möglichst leisen PC zu bauen, dann bedeutet das leider gleichzeitig ebenfalls, dass das Gesamtsystem nicht wesentlich leiser wird, wenn man bei zwei gleich lauten Quellen nur eine davon leiser bekommt. Man muss am Ende leider alle Lärmquellen identifizieren und beseitigen, wenn man ein optimales Ergebnis erreichen will. Wenn einem dieser Aufwand zu groß ist, dann hat man aber durch Beseitigung der lautesten Quelle den größten Hebel, um sein Gesamtsystem so leise wie dann noch möglich zu bekommen.

Eine weitere Sache, die man zu diesem Thema noch wissen und beachten sollte, ist die, dass sich gleiche Schalldruckpegel unterschiedlicher Frequenz auch unterschiedlich laut anhören. Und auch hier verzichte ich auf Details zu dB(A)-Bewertung von Schalldruckpegeln (die ja streng genommen sowieso nur für Sinustöne gilt) und verkürze das auf die wichtige Essenz: Es kommt auch auf die Frequenz an und 1000 Hz sind bei gleichem Schalldruckpegel (gefühlt/gehört) lauter als ein Geräusch mit 250 Hz. Außerdem ist die reine 'Lautheit' nicht das einzige Kriterium, sondern es spielt auch so etwas wie die 'Nervigkeit' eine Rolle und da ist mir leider keine gute und vor allem objektive Bewertungsgröße bekannt. Was aber jeder sicher aus eigener Erfahrung kennt, das ist, dass unser Gehirn ganz gut darin ist, gleichförmige Töne nach kurzer Gewöhnung auszufiltern, so dass wir sie nicht mehr bewusst wahrnehmen. Anders ist das bei variablen Quellen, beidenen sich Lautstärke und/oder Frequenz ständig ändern und die uns förmlich in den Wahnsinn treiben können.

Aber unser Ziel ist es ja, einen möglichst leisen PC zu haben und da wissen wir ja nun: die lauteste Quelle bestimmt das Ergebnis. Und dort müssen wir anpacken! Und zum Glück braucht man dafür fast nie teures Messequipment, um diese Schallquelle zu identifizieren. Meist reichen unsere Ohren, um herauszufinden, woher der Lärm kommt, den wir abstellen wollen. Und was noch besser ist: um zu sehen, welchen Effekt unsere Optimierungsmaßnahmen haben werden, kann man nahezu alle Geräuschquellen im PC zumindest kurzzeitig ruhigstellen. Lüfter lassen sich anhalten, Festplatten — von einem Bootlaufwerk abgesehen, welches aber bei euch hoffentlich sowieo in Form einer SSD geräuschlos sein sollte — kann auch entweder in den Schlafzustand versetzen oder einfach mal kurzzeitig von der Spannungsversorgung trennen (den PC solltest du vorher aber natürlich bitte ausschalten!).

Gut, soweit die Grundlagen. Im folgenden Abschnitt gibt es noch einmal eine Zusammenstellung der Komponenten, die im PC nervige Geräusche verursachen, wobei ich allerdings darauf verzichte, auf exotische bzw. kaum noch verwendete Hardware einzugehen. Danach befassen sich die verbleibenden Abschnitte mit den einzelnen Komponenten genauer, erläutern, wo die Geräusche entstehen und geben auch Hinweise, wie man dieser Geräuschen so gut es geht Herr werden kann. Am Schluss findet ihr dann noch ein paar grundlegende Betrachtungen zum Thema gedämmte Computergehäuse. Zum Abschluss gehe ich schließlich auch auf die Möglichkeit ein, die Entfernung zwischen PC und Benutzer so weit zu vergrößern, dass Letzterem die nervige Geräusche von Ersterem nicht mehr erreichen.

Woher kommt denn nun der Krach in meinem PC?

Zuerst muss man wissen, dass Geräusche prinzipiell nur dort entstehen können, wo sich etwas bewegt bzw. schwingt und die schwingende Fläche mit der Umgebungsluft in Kontakt kommt, damit sich diese Bewegung auf die Luftmolekühle übertragen kann. Denn nichts anderes sind diese nervigen Geräusche, Schallwellen im hörbaren Bereich (je nach Alter des Höreres zwischen 50 Hz bis 10.000 Hz oder sogar 20.000 Hz). Merke: ohne Schwinungen auch keine nervigen Geräusche. Aber ich denke, den meisten von euch war das bereits klar und auch die Tatsache, dass uns Geräusche vor allem dann stören, wenn sie unser Ohr treffen, klingt auch logisch und leuchtet ein. Aber daraus folgt dann auch, dass wir gut mit noch so nervigen Geräuschen leben können, wenn diese im inneren eines gut gedämmten Computergehäuses entstehen — und auch weitgehend dort bleiben. Das mit dem 'dort bleiben' ist leider das Problem, denn wo die Geräusche bleiben, bleibt leider auch die Wärme und das kann bei einem modernen Spiele-PC nur für sehr kurze Zeit funktionieren, bis das Gerät die Leistung drosselt, ganz abschaltet oder sogar kaputt geht. Trotzdem ist das mit dem gedämmten Gehäuse eine gute Möglichkeit, den Lärmpegel deutlich zu reduzieren. Und daher gibt es am Ende auch einen Abschnitt zum Thema gedämmte Gehäuse.

Der Rest dieses Artikels gibt euch nun einen Überblick all der Komponenten, die in eurem PC die meisten Geräusche verursachen. Es ist zwar mein Ziel, euch den 'ultimativen' Guide zur Verfügung zu stellen. D.h., es werden sich evtl. auch Dinge finden, die ihr einfach ignorieren könnt, da sie entweder in eurem PC keine Geräusche machen oder es sich um Hardware handelt, die bei euch gar nicht verbaut ist. Aber natürlich will ich den Rahmen auch nicht sprengen und habe ganz exotische Dinge weggelassen. Entweder, weil es Dinge sind, die fast niemand im Einsatz hat oder solche, die bereits nahezu ausgestorben sind. Wer heute noch Diskettenlaufwerke, ZIP-Drives oder DAT-Bandlaufwerke nutzt hat von deren Geräuschen genervt ist, der sollte diese besser gegen moderne (und geräuschlose) Alternativen austauschen.

Allgemeines

Trotz des Einzugs alternativer, schneller und auch geräuschloser Speichermedien, wie z.B. SSD-Laufwerken, findet sich in fast jedem PC noch mindestens eine klassische Festplatte. Und leider sind neben den Gehäuselüftern die Festplatten meist die Lärmquelle eines PCs. Anders als vielleicht von vielen Leuten vermutet, ist dabei gar nicht das von der Festplatte selbst abgestrahlte Betriebsgeräusch wichtig, sondern die nervigen Geräusche entstehen ganz woanders. Wieso das so ist — und was wie man diese in den Griff bekommt — das will ich in diesem Abschnitt näher erläutern.

Die Ursache

Das Betriebsgeräusch einer Festplatte resultiert zu einem Großteil aus der bei der Drehung der Schreiben in den Lagern entstehenden Reibung und zu einem anderen Teil aus den Geräuschen, die bei der Bewegung der Lese-/Schreibköpfe beim Zugriff entstehenden. Dabei gibt die Festplatte selbst einen Teil des Geräuschs über ihr Gehäuse ins innere des PCs ab; ein Großteil entsteht aber, wie bereits angedeutet, meist an einer viel weiter entfernten Stelle. Da eine Festplatte ja mit dem Gehäuse eures PCs verbunden ist, übertragen sich deren Schwingungen auch unvermeidlich auf selbiges und werden durch Körperschall im Gehäuse weitergeleitet und regen dann auch die Seitenwände an, die diese Geräusche sozusagen wie die Membran eines Lautsprechers nach außen weitergeben. Da diese Geräusche dann auch außerhalb des PCs entstehen, hilft eine Dämmung im Gehäuse selbst dagegen leider auch wenig. Was man am bzw. im Gehäuse trotzdem dagegen tun kann, das habe ich Abschnitt zu den gedämmten Gehäusen beschrieben.

Die Remedy

Die ideale und leider für viele von uns unbezahlbare Variante ist es natürlich, ganz auf den Einsatz von Festplatten zu verzichten und sich auf geräuschlose Alternativen in Form von SSDs zu beschränken. Leider liegen die Preise für SSDs noch immer deutlich über denen einer Festplatte gleicher Kapazität. Außerdem sind SSDs in der Größe einer größeren Festplatte zumindest im Consumerbereich (derzeit noch) nicht verfügbar. D.h., diese Option ist vielleicht in der Zukunft eine Möglichkeit, die Geräuscheemision unserer PCs deutlich zu reduzieren, aber im Moment müssen wir nach einer Lösung suchen, wie wir dies auch mit unseren noch benötigten Festplatten erreichen.

Wie gerade bereits beschrieben, müssen wir bei den Festplatten zwei Quellen betrachten. Das an der Festplatte selbst entstehende Betriebsgeräusch lässt sich am besten über den Kauf einer entsprechend leisen Festplatte in den Griff bekommen. Wenn die Festplatte nur selten in Verwendung ist und z.B. nur für ein internes Backup Verwendung findet — wobei dies streng genommen kein 'Backup' ist!, aber darauf näher einzugehen, das würden den Rahmen dieses Artikels sprengen — dann kann man diese Platte mit Windows-Boardmitteln bei Nichtnutzung automatisch in den Ruhezustand versetzen lassen. Der Nachteil ist dann allerdings, dass die Platte vor jedem Zugriff erneut ggf. langwierig aufwachen muss (10 s Verzögerung sind hier durchaus zu erwarten). Und auch wenn man nicht auf die Platte zugreifen will, dann kann eine in den Ruhezustand versetzte Platte durchaus zu unangenehmen Verzögerungen führen, z.B. wenn eine Anwendung beim Öffnen eines Dialogs ggf. alle Laufwerke anzeigen will und die dafür notwendigen Zugriffe zum Aufwachen der Platte führen. Gleiches gilt für Zugriffe auf die S.M.A.R.T.-Attribute, z.B. für das Auslesen der Festplattentemperatur, denn auch dafür muss die Festplatte wieder aufwachen und in Drehung versetzt werden. Insgesamt muss man abwägen, wie wichtig das Betriebsgeräusch in der Gesamtbilanz ist und häufig ist bei modernen Platten das direkte Betriebgsgewäusch in einem gut gedämmten Gehäuse weniger störend. Aber das muss natürlich jeder für seinen Fall selbst bewerten.

Die zweite und wichtigere Geräuschquelle einer Festplatte ist aber die Abstrahlung der Festplattenschwingungen über die Seitenwände des Gehäuses. Dabei kann man diese zwar am Gehäuse selbst gegebenenfalls durch den Einsatz von schweren Dämmmatten aus Bitumen beeinflussen, aber die beste Möglichkeit ist hier, die Schwingungsübertragung von der Festplatte an das Gehäuse soweit wie mögich zu unterbinden. Dafür gibt es entsprechende Befestigungen, bei denen die Festplatte entweder durch Gummipuffer vom Gehäuse entkoppelt wird. Bei anderen Befestigungsvarianten wird die Festplatte in Gummiseile eingeklemmt und nur von diesen gehalten wird. Diese Gummibänder selbst werden dabei in einen Rahmen gespannt, der dann mit dem Gehäuse verbunden wird. Dabei hat sich die Entkopplung durch Gummipuffer leider als wenig effizient erwiesen, denn wenn diese zu dünn oder zu fest sind, dann werden die Schwingungen weiterhin gut an das Gehäuse übertragen. Außerdem ist bei all diesen Änderungen der Befestigung der Festplatten eine Sache sehr wichtig zu erwähnen: die Verschraubung mit dem Gehäuse hat nicht nur den Zweck, die Festplatten an einer Stelle zu fixieren, sondern es wird auch über die Verbindung ein Teil der Wärme an das Gehäuse abgeführt. Egal für welche Entkoppelung man sich entscheidet; wenn es keinen guten Kontakt mit dem Gehäuse mehr gibt, dann können im Idealfall zwar weniger Schwingungen in das Gehäuse gelangen, aber es wird auf jeden Fall auch effektiv der Wärmetransport unterbunden und es ist in jedem Fall ratsam, die für eine gute Kühlung zu sorgen und die Betriebstemperatur der Festplatten im Auge zu behalten. Mit Programmen wie Argus Monitor lassen sich die Temperaturen der Festplatten überwachen, bei Überschreitung von Grenzwerten eine Warnung erzeugen oder sogar bestimmte Gehäuselüfter abhängig von der Festplattentemperatur regeln.

Allgemeines

In diesem Abschnitt widmen wir uns einer der zwei Hauptursachen für nervige Geräusche, die unser PC so von sich gibt. Die andere sind die Festplattengeräusche, denen ein eigener Abschnitt gewidmet ist. Da kein PC ohne ausreichende Kühlung lange überleben kann und komplett passiv gekühlte PCs wohl als reine Exoten sicher nur ein Promille aller PCs ausmachen dürften, ist es fast sicher, dass sich in eurem PC ein paar dieser Lüfter befinden und dass diese auch einen großen Anteil am Gesamtgeräusch haben dürften, das euer PC so von sich gibt. Daraus folgt natürlich auch, dass sich hier das größte Potential versteckt, um diese möglichst etwas leiser oder im Idealfall den PC zumindest in bestimmten Szenarien komplett unhörbar zu bekommen.

Die Ursache

Lüftergeräusche entstehen sowohl durch Reibung innerhalb der Lager als auch direkt durch Anregung der Luftmolekühle durch die Verwirbelungen an den Rotorblättern. Außerdem können Gehäuselüfter in seltenen Fällen auch Vibrationen direkt in das Gehäuse einleiten, wobei dies bei Lüftern — anders als bei den Festplatten — eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die Aufgabe von Lüftern im PC-Gehäuse ist die Gewährleistung des für die Kühlung der verbauten Komponenten notwendigen Luftstroms. Dabei ist dieser umso größer, je schneller die Lüfter drehen. Leider gilt das nicht nur für den Luftstrom, sondern auch für das Lüftergeräusch, welches ebenfalls mit steigender Drehzahl lauter wird. Daher gilt es, einen Kompromiss aus 'akzeptabl leise' und 'noch schnell genug für ausreichende Kühlung' zu finden. Da größere Lüfter für die Erzeugung desselben Luftstroms deutlich langsamer laufen müssen, sollte man zumindest beim Kauf darauf achten, die größtmöglichen Lüfter zu erwerben, die in das vorhandene Gehäuse passen. Oder, wenn sogar der Kauf eines neuen Gehäuses ansteht, dies so auszuwählen, dass dort ebenfalls möglichst große Lüfter zum Einsatz kommen können.
Eine Randbemerkung in Sachen Psychoakustik: das von häufig wechselnden Drehzahlen verursachte Lüftergeräusch wird von uns Menschen als deutlich nerviger empfunden als ein konstantes, aber vielleicht geringfügig lauteres Rauschen von sich etwas schneller drehenden Lüftern.

Die Abhilfe

Vor jeder anderen Maßnahme sollte zuerst einmal sichergestellt sein, dass die Lüfter ihrer Aufgabe auch wirklich nachkommen können. Nicht selten sammelt sich — besonders in PCs von Haustierenbesitzern — im Laufe der Zeit innerhalb eines PC-Gehäuses genügend Staub an, um zumindest kleinere Lüfter in ihrer Arbeit zu behindern. Gelegentlich kommt es bei älteren Lüftern auch vor, dass diese ein brummendes Geräusch von sich geben. Dabei handelt es sich um das Resultat eines defekten Lagers und endgültige Abhilfe bringt hier nur der Tausch des betroffenen Lüfters. Allerdings kann auch eine Änderung der Einbaulage helfen, um diesen trotzdem noch eine Zeit geräuschlos zu betreiben (also z.B. bei einem Lüfter an der Gehäuse Rückseite durch Austausch mit einem auf der Oberseite).

Wie bereits mehrfach beschrieben ist das störende Lüftergeräusch proportional zur Lüfterdrehzahl. Das bedeutet, dass man durch Reduktion der Lüfterdrehzahl das größte Potential hat, laute Betriebsgeräusch eines vorhandenen Systems zu reduzieren und diesen in einen leisen PC zu verwandeln. Wichtig ist dabei natürlich, dass man auch die eigentliche Aufgabe der Lüfter im Blick behält. Diese müssen für den für die Kühlung der Komponenten notwendigen Luftstrom sorgen und daher muss man zwar das Lüftergeräusch, aber auch gleichzeitig die Temperaturen aller Komponenten überwachen. Ideal sind dabei Programme wie z.B. Argus Monitor, die beide Aufgaben gleichzeitig erfüllen können, also sowohl die Drehzahlen aller Lüfter steuern, aber auch die Temperaturen darstellen und idealerweise auch eine Warnung ausgeben, wenn die Temperatur einer Komponente einen kritischen Wert erreicht. Am besten ist es natürlich, wenn man die Lüfter flexibel und abhängig von der Temperatur der Komponenten regeln kann.

Eine grundlegende Möglichkeit der Lüftersteuerung ist meist direkt im BIOS des Mainboards vorhanden. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass meist nur sehr grundlegende Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und dass man zur Veränderung der Steuerungsparameter den PC neu starten und diese im BIOS vornehmen muss. Auch kann diese Lösung nur auf direkt auf dem Mainboard verbaute Sensoren sowie die CPU-Temperatur zugreifen. Eine Lüftersteuerung abhängig von der Grafikkartentemperatur oder der Temperatur von Festplatten ist bei einer Lüfterregelung via BIOS nicht möglich.

Neben der Steuerung über das BIOS sind verschiedene Softwareprogramme verfügbar, die die Lüftersteuerung flexibler und abhängig von weiteren Temperaturquellen ermöglichen. Das bekannteste Beispiel ist die Freeware SpeedFan, deren Entwicklung aber leider bereits 2015 eingestellt wurde. Auch ist die Konfiguration überaus kompliziert, aber wer für eine ältere Hardware eine kostenlose Lösung sucht, für den ist SpeedFan eventuell einen Blick wert.

Eine weitere und ebenfalls kostenlose Möglichkeit sind die Software-Produkte, die fast jedem Mainboard beiliegen. Diese ermöglichen ebenfalls die Ansteuerung aller direkt am Mainboard angeschlossener Lüfter, sind meist jedoch ebenfalls eher unübersichtlich und bei der Auswahl der Temperaturquellen ebenfalls stark eingeschränkt. Sie bieten wie das BIOS auch nur die CPU-Temperatur als Temperaturquelle, sowie die auf dem Mainboard verbauten Sensoren.

Die flexibelste und umfangreichste Möglichkeit der Lüftersteuerung über Software bietet Argus Monitor. Nun muss ich der Ehrlichkeit halber natürlich gestehen, dass ich, als einer der zwei Autoren, die Argus Monitor in ihrer Freizeit als Hobbyprojekt entwickeln, bei dieser Einschätzung nicht völlig unvoreingenommen bin. Aber objektiv sprechen so viele Punkte dafür, dass Argus Monitor das beste Programm für die Steuerung von PC-Lüftern ist, dass ich das auch guten Gewissens behaupten kann. Und wenn ich von Lüftern schreibe, dann umfasst dies alle Lüfter und nicht nur Gehäuselüfter, sondern auch CPU-Lüfter, Lüfter diverser AIO-Wasserkühlungen und die von Grafikkarten.
Dabei kann man entweder ganz einfach die Drehzahl eines Lüfters über abhängig machen von der Temperatur einer Komponente, für deren Kühlung dieser Lüfter hautpsächlich sorgt. So ist z.B. eine Regelung eines Gehäuselüfters über die Temperatur der Grafikkarte oder der höchsten Festplattentemperatur möglich. Dies ist etwas, was weder über das BIOS, noch über die Software möglich ist, die den verschiedenen Mainboards beigelegt wird. Wenn man aber das volle Potential ausschöpfen will, dann kann man die Regelung auch abhängig von allen im PC vorhandenen Temperatursensoren gestalten. Genauer kann die Regelung der Drehzahl über eine individuelle Kennlinie erfolgen. Diese ist dann auf Wunsch abhängig z.B. von der CPU-Temperatur, aber genauso auch von der GPU-Temperatur, den Temperaturen von Festplatten, der Wassertemperatur von AIO-Kühlern oder den Temperaturen, die verschiedene auf dem Mainboard verbaute Temperatursensoren liefern. Außerdem ist es möglich, sich selbst aus den vorhandenen Temperatursensoren eigene, synthetische Temperaturwerte zu berechnen. D.h. es kann über Funktionen wie Mittelwert, zeitliche Mittelung, Maximum, Differenz (z.B. aus Wassertemperatur einer AIO-Kühllösung und Umgebungstemperatur) und noch einige mehr ein individueller und an das eigene System angepasste Temperaturwert erzeugt werden. Über Dinge wie Glättung uns Hysterese lässt sich dann noch sicherstellen, dass sich kleine, kurzfristige Schwankungen der zur Regelung verwendeten Temperaturen nicht in nervigen Drehzahländerungen resultieren.
Weiterhin ist mit Argus Monitor möglich, für jeden einzelnen Lüfter mehrere Regler parallel zu betreiben und dann aus dem Maximalwert dieser Regler die notwendige Drehzahl eines Lüfters zu bestimmen.
Zusatzlich bieten die verfügbaren Lüfter-Profile die Möglichkeit, für verschiedene Anwendungsfälle eigene Reglereinstellungen vorzuhalten, zwischen denen dann jederzeit leicht gewechselt werden kann.

Allgemeines

Eine Grafikkarte heute zwar nicht mehr in jedem PC zu finden, da sich für den weniger anspruchsvollen Nutzer auch CPUs mit integrierter Grafikeinheit finden lassen (sogenannte APUs — eigentlich eine Marketingbezeichnung von AMD, bei Intel heißt das CPU mit integrierter HD Grafik), aber sobald die Ansprüche an die Grafikleistung höher sind, dann führt an einer dedizierten Grafikkarte kein Weg vorbei. Bei diesen gibt es wiederum zwei verschiedene Lärmquellen, wobei ich einer davon einen eigenen Abschnitt gewidmet habe und mich in diesem hier nur der anderen, aber für viele Nutzer relevanteren zuwenden werde.

Die Ursache

Bei Grafikkarten gibt es wie erwähnt potentiell zwei Quellen nerviger Geräusche, wobei eine davon zum Glück nur einen kleinen Teil der Grafikkarten betrifft. Dabei handelt es sich um das in den Spulen der Spannungswandler entstehende Spulenfiepen. Das andere ist das etwas offensichtlichere Problem und dieses betrifft dann auch fast jede moderne Grafikkarte: das durch den/die Grafikkartenlüfter verursachte Lüftergeräusch. Und da bis auf wenige Ausnahmen keine Grafikkarte ohne mindestens einen, häufger jedoch zwei oder drei dieser Lüfter auskommt, ist diese Geräuschquelle auch in nahezu jedem PC zu finden.

Die Lösung

In diesem Abschnitt beschränke ich mich auf die Eingriffsmöglichkeiten in Bezug auf die Grafikkartenlüfter, denn für das Thema Spannungswandler/Spulenfiepen gibt es einen eigenen Abschnitt, in der ich die etwas komplexeren Ursachen und die Möglichkeiten der Reduktion dieses Problems separat beschreibe. Widmen wir uns hier also dem Lüftergeräusch und da gilt bei den Grafikkartenlüftern auch das, was zu den Geäuselüftern ebenfalls gerade gesagt wurde: je kleiner und je schneller die Lüfter sind, desto lauter. Nun hat man auf die Art und Größe der auf eine Grafikkarte verbauten Lüfter ja keinen Einfluss, d.h. in diese Beziehung muss man vor dem Kauf die Wahl treffen und dann zumindest mit der verbauten Hardware leben. Auch gibt es bei Grafikkarten verschiedene Kühlkonzepte, wobei manche die Luft im Gehäuse über einen Radiallüfter ansaugen und dann durch die Kühllamellen nach hinten über das Slotblech aus dem Gehäuse befördern. Dies ist fast immer die lautere Option. Eine andere Variante ist die, über Axiallüfter die Luft im Gehäuse anzusaugen und dann die warme Abluft ebenfalls wieder ins Gehäuse zu entlassen, wobei deren 'Entsorgung' nach draußen dann den Gehäuselüftern überlassen wird. Dies hat den Nachteil, dass es im Gehäuse dadurch nochmals wärmer wird, worunter auch die Kühlung der anderen Komponenten leidert. Akustisch bietet diese Variante aber den Vorteil, dass man über die im Vergleich zu den Grafikkartenlüfter sehr viel größeren Gehäuselüfter die Abwärme auch deutlich leiser in die Umgebung leiten kann. Aber auch hier hat man — von der Wahl des Modells beim Kauf abgesehen — leider nachträglich keine Eingriffsmöglichkeit, um das Geräusch eines bestehenden Systems zu optimieren.

Wenn man einen exisitierenden PC ohne Hardwareänderung also leiser bekommen will, dann ist die einzige Stellschraube an eine Grafikkarte die individuelle Regelung der Lüfterdrehzahl. Die gute Nachricht ist hier, dass viele moderne Grafikkarten im Desktopbetrieb ihre Lüfter meist vollständig abschalten und daher in den meisten Fällen geräuschlos ihren Dienst verrichten. Davon abgesehen sind die im BIOS hinterlegten Lüfterprofile bereits meist so gut, dass es selten notwendig ist, dort manuell einzugreifen und sebst via Software eine eigene Lüfterkennlinie zu hinterlegen. Falls man sich dennoch dafür entscheidet, dann bieten Programm wie Argus Monitor alle Möglichkeiten, die Lüftergeschwindigkeiten der Grafikkartenlüfter den eingenen Wünschen anzupassen.

Allgemeines

Wasserkühlungen halten in letzter Zeit vermehrt Einzug in die Gehäuse vieler PC Enthusiasten. Das liegt wohl vor allem daran, dass All-In-One (AIO) Wasserkühlungen fast so leicht zu installieren sind wie die herkömmlichen Luftkühler. Eine AIO Wasserkühlung ist ein bereits beim Kauf gefülltes, geschlossenes Gesamtsystem, bei dem ein Kühlkörper mit integrierter Pumpe mit zwei Schläuchen mit einem Radiator verbunden ist. D.h., es muss keine Kühlflüssigkeit eingefüllt, sondern 'nur' der Kühlkörper auf CPU (bzw. GPU) montiert und der Radiator in das Gehäuse eingebaut werden. Dabei nehmen AIO Wasserkühlungen wenig Platz in direkter Nähe zur CPU ein und lassen so Raum für andere Komponenten. Außerdem ist der aufgeräumtere Innenraum besonders bei den PC-Besitzern beliebt, die Geäuse mit einem durchsichtigen Seitenteil betreiben. Nachteilig kann in dem Zusammenhang sein, dass der sonst von CPU-Lüfter erzeugte Luftstrom fehlt, den man in konventionell gekühlten Sytemen auch nutzen kann, um die Spannungswandler oder RAM Module mit zu kühlen.
In diesem Abschnitt betrachte ich vor allem die AIO Wasserkühlungen, wobei die meisten Ausführungen prinzipiell auch für Modelle mit externer Pumpe ihre Gültigkeit behalten.

Die Ursache

Auch bei Wasserkühlungen gibt es für die Geräuschentwicklung mehrere Ursachen. Zuerst sind es wie auch bei Grafikkarte und dem Gehäuse selbst die Lüfter, die am Radiator einer Wasserkühlung für den notwendigen Wärmeaustausch sorgen. Dabei unterscheiden sich die Gesichtspunkte zum Thema Lüftergeräusche nicht von denen, die ich bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben habe und daher will ich an dieser Stelle nicht nochmals darauf eingehen. Neben den durch die Lüfter verursachten Geräusche gibt es bei den Wasserkühlungen noch zwei weitere Geräuschquellen. Einerseits ist es natürlich das Pumpengeräusch, welches aber selbst in 'high flow' Konfigurationen (also dort, wo die Pumpe mit hoher Drehzahl betrieben wird) meist recht leise ist. Zum Zweiten existiert da aber auch noch ein zweite Art von Geräuschen, welche von manchen Wasserkühlungen ausgehen und die man mit dem richtigen Aufbau meist komplett eliminieren kann: das Gurgeln und Blubbern der Kühlflüssigkeit bzw. auch das Heulen der Pumpe. Also will ich erst kurz auf die normalen Betriebsgeräusche der Pumpe eingehen und mich im Rest des Abschnitts dann der zweiten Ursache zuwenden und euch dabei helfel, diese Geräusche in den Griff zu bekommen.

Die Abhilfe

Wie gerade erwähnt ist das Geräusch der Pumpe selbst meist von eher untergeordneter Bedeutung. Auch wenn man im Internet gelegentlich lesen kann, dass eine Kühlung mit geringerer Pumpendrehzahl besser funktioniert, da dann das Wasser ja durch die langsamere Fließgeschwindigkeit 'mehr Zeit' hat, um die CPU zu kühlen, so ist diese Aussage einfach nur (fast schon schmerzhaft) falsch. Die Kühlleistung einer Wasserkühlung ist besser, je höher die Fließgeschwindigkeit des Kühlmediums ist. Wie auch bei Lüftern gilt hier: höhere Pumpengeschwindigkeit, bessere Kühlleistung, aber auch mehr Geräusch. Andererseits kühlen AIOs bereits bei niedriger Pumpendrehzahl sehr gut und bis auf Overclocker sollte eine mittlere oder niedrige Drehzahl ausreichen, um eine CPU oder Grafikkarte im zulässigen Temperaturbereich zu halten.

Die angesprochene zweite Ursache ist nerviger, aber zum Glück kann man die Geräusche meist komplett eliminieren. Leider existieren in der Tat viele Installationen von AIO Wasserkühlern, die durch mehr oder weniger lautes Blubbern bzw. Gurgeln der Kühlflüssigkeit oder sogar über heulende Pumpengeräusche von sich Hören machen. Wahrscheinlich ist dann der erste Gedanke entweder: "OK, das muss bei einer Wasserkühlung wohl so sein." oder auch: "Verdammt, meine Pumpe ist kaputt. Die muss ich wohl reklamieren." Und in sehr vielen dieser Fällen ist das nicht der Fall, sondern es handelt sich um Fehler, die bei der Installation gemacht wurden und welche sich mit mehr oder weniger Aufwand auch leicht selbst beheben lassen. Also, was ist hier genau kaputt und wie bekommt man die AIO so leise, wie sie sein sollte.

Die Ursache für diese Art von Geräuscnen ist fast immer die Luft, die unweigerlich in einer AIO vorhanden ist. Selbst direkt nach dem Kauf sind 2%-10% Luft im Kreislauf normal und im Laufe der Zeit nimmt dieser Anteil aufgrund von Permeation noch weiter zu. Und diese eingeschlossene Luft wird sich stets an der am höchsten gelegenen Stelle im Kühlkreislauf versammeln. Das Gurgeln und Blubbern entsteht dann, wenn diese Luft vom Strom der Kühlflüssigkeit mitgerissen wird und dann z.B. wieder durch den Radiator nach oben steigt. Das Heulen der Pumpe wiederum zeigt an, dass sich in dieser eine Luftblase befindet und die Pumpe dadurch starke Drehzahlschwankungen ausführt. Manche Pumpenmodelle nutzen die Kühlflüssigkeit auch zur Schmierung der Pumpe selbst, d.h. in diesem Fall nervt euch nicht nur kurzfristig das Pumpenheulen, sondern bald auch die Tatsache, dass ihr Geld in eine neue Kühllösung investieren müsst. Bei anderen Modellen ist dies zwar im Hinblick auf die Haltbarkeit der Pumpe kein Problem, aber es nerven trotzdem die Pumpengeräusche und natürlich ist die Kühlleistung eines solchen Systems extrem eingeschränkt, d.h. die CPU wird schnell Tjmax erreichen und entweder schaltet sich das System ganz ab oder zumindest taktet so stark runter, dass die Performance merklich einbricht. Beides verleitet dann viele Nutzer zu der Annahme, dass das AIO Kühlsystem defekt wäre, wobei die Ursache hier eigentlich 'nur' eine falsche Montage ist.

Was muss man bei der Montage einer AIO Wasserkühlung also beachten? Wo liegt der häufigste Fehler und vor allem: Wie installiert man eine AIO richtig?
Wie bereits erwähnt, muss man dafür sorgen, dass sich die Pumpe nicht an höchsten Stelle im Kühlkreislauf befindet. Der häufigste Fehler beim Verbau einer AIO Kühlung ist, dass der Radiator unten in das Gehäuse einzubaut wird. Diese Platzierung ist unbedingt zu vermeiden, denn so wird die Pumpe, die sich ja im CPU Kühlkörper befindet, immer an der höchsten Stelle liegen und es ist sozusagen sichergestellt, dass sich die Luft im Kühlsystem genau an dieser Stelle einfinden wird. Eine schlechte Kühlleistung und in fast jedem Fall auch nervige Geräusche sind in dieser Konstellation garantiert.
Thermisch für das Gesamtsystem am günstigsten ist der Verbau an der Gehäusevorderseite, aber auch der Verbau am Auslass (meist in der Gehäuseoberseite) ist möglich. Beim Verbau des Radiators in der Gehäusefront sollten sich die Schläuche des Kühlsystems nach Möglichkeit unten befinden. Nur wenn das — z.B. aufgrund zu kurzer Schlauchlängen — so nicht umsetzbar ist, kann man den Radiator auch so verbauen, dass die Schläuche oben liegen, muss dann aber dringend darauf achten, dass die Oberkante des Radiators sich noch deutlich oberhalb der Pumpe befindet.

Allgemeines

Bei einem Netzteil handelt es sich um eine Komponente, die ausnahmslos in jedem PC anzutreffen ist. Und auch um eine, die fast immer mehr oder weniger Krach von sich gibt, zumindest, wenn in eurem PC nicht gerade ein passives oder semi-passives Netzteil zum Einsatz kommt. Für den Mehrpreis erhält man dann aber auch ein Gerät, welches — anders als seine Brüder, die die Abwärme mit einem oder zwei Lüftern nach draußen befördern — zumindest häufig (bei semi-passiven) oder immer (bei passiven) ihren Dienst verrichten. Leider sind Netzteile aber auch eine Stelle, in der man — in einem existierenden PC — weder durch Dämmung noch durch Lüfterregelung nachträglich noch viel verändern kann. D.h. hier muss man bereits beim Kauf auf die Auswahl des richtigen Netzteils achten.

Die Ursache

Die Hauptgeräuschquelle bei PC Netzteilen ist hier der dort meist verbaute Lüfter. Was die Lüftergeräusche angeht, so habe ich in einem eigenen Abschnitt das Thema Lüfter ja bereits separat beleuchtet. Dabei ist die Abwärme, die ein Netzteillüfter hauptsächlich zu beseitigen hat, die, die das Netzteil selbst produziert. Und diese Abwärme ist die bei der Spannungswandlung entstehende Verlustleistung. D.h. aber auch: je effizienter das Netzteil arbeitet, desto weniger Wärme entsteht und desto langsamer (lies: leiser) muss ein Netzteillüfter drehen. Das geht sogar so weit, dass manche Netzteile ihre(n) Lüfter bei geringer Belastung komplett anhalten und so nahezu geräuschlos ihren Dienst verrichten können. Wenn diese aber doch drehen, dann gilt auch hier: je kleiner der Lüfter ist und je schneller er sich dreht, umso lauter wird es auch. Und leider sind zwar sowohl Gehäuse- als auch CPU/Grafikkartenlüfter meist per Software steuerbar; bei Netzteilen ist das eher selten der Fall.

Die Abhilfe

Das bedeutet für uns aber auch: bei Netzteilen sind die Eingriffsmöglichkeiten leider sehr begrenzt, wenn es sich um ein existierendes System handelt. Wenn eine Lüfterregelung vorgesehen ist — was eher selten der Fall ist — , dann kann man mit einer geeigneten Lüfterkurve den Geräuschpegel ggf. etwas absenken. Argus Monitor unterstützt z.B. die Regelung der Lüfter der aktuellen Corsair AX Netzteile. Wenn aber das Netzteil wirklich die lauteste Geräuschquelle im PC ist, dann hilft meist nur ein Austausch durch ein neues, leiseres Modell. Pauschal lässt sich hier nur der Hinweis geben, dass — gleiche Leistungskategorie vorausgesetzt — die Netzteile leiser sind, die eine höhere Effizienz aufweisen, weil dort weniger Abwärme entsteht, die ein Lüfter abzutransportieren hat. Aber unabhängig davon ist bei einem Netzteilkauf dringend anzuraten, neben Gesamtleistung und Kabelmanagement auch mit dem Thema Geräuschemission mit in die Kaufentscheidung einfließen zu lassen.

Allgemeines

Wenn ich hier nun über Spannungswandler schreibe, so mag sich der eine oder die andere jetzt einwerfen: »Hattest du nicht gesagt, dass es sich etwas drehen, vibrieren oder anderweitig bewegen muss, damit nervige Geräusche entstehen? Bei so einem Spannungswandler bewegt sich doch nichts. Also KANN so ein Teil doch gar keine nervigen Geräusche von sich geben!« Ja, das hatte ich geschrieben und auf den ersten Blick (und vielleicht auch auf den zweiten und an verschlafenen Sonntagmorgenden evtl. auch auf einen dritten) ist das wohl auch so, dass so ein Spannungswandler in aufgelöteter Zwangsstarre auf einer Platine sein tristes Dasein verrichtet. Aber wenn man es genauer betrachtet, dann bewegt sich da doch etwas. Und diese Etwasse können — zumindest wenn man Pech hat — wirklich ganz schön nerven.

Aber der Reihe nach! Was bewegt sich denn da? Woher kommt das Geräusch? Und am wichtigsten: Wie stellt man es ab?

An der Stelle ein kurzer Einschub zum Thema Spannungswandler. Wer weniger am Verständnis der Ursache und Entstehung der Geräusche, sondern nur an deren Behebung interessiert ist, der kann den nächsten Abschnitt überspringen und sich gleich möglichen 'Gegenmaßnahmen' zuwenden. Für alle anderen folgt ein kurzer Exkurs, bei dem ich versuche, auf dem Niveau eines technisch interessierten Laien die Sache etwas näherzubringen. Also legen wir los.

Die Ursache

In unseren modernen Rechenmaschinen sind eine ganze Menge dieser Spannungswandler verbaut, deren Aufgabe es ist, aus der Spannung des Schaltnetzteils (z.B. aus der ca. 12V Gleichspannung), die für die einzelnen Komponenten auf einer Platine benötigten Arbeitsspannung(en) zu generieren (1.2V, 3.3V, 5V, …). Die meisten dieser Zeitgenossen verrichten ihre Arbeit in der Tat geräuschlos und zwar dann, wenn sie ihrer Tätigkeit ganz entspannt nachgehen und die durch sie fließenden Ströme verhältnismäßig gering sind. Leider ist das nicht immer der Fall, denn für einige PC-Komponenten sind ganz enorme Stromstärken erforderlich und daher finden sich die bekanntesten und leider auch lautesten Vertreter auf modernen Hochleistungsgrafikkarten, wo diese lärmenden Dinger häufig in großer Zahl anzutreffen sind.

Etwas vereinfacht besteht der Kern solch eines Spannungswandlers aus einer Induktivität (Spule), einer Kapazität (Kondensator), einem elektrischen Schalter (MOSFET) und einem Taktgeber für diesen Schalter (PWM Controller), der zeitlich getaktet Strom auf, und — nach dem Aufbau des induzierten Magnetfelds — auch durch die Spule fließen lässt. Nun kommt aber so ein Stromfluss nicht nur selten, sondern — physikalisch korrekt — sogar niemals allein, nein, dieser ist immer auch von einem Magnetfeld begleitet. Und auf einen von einem Leiter durchflossenen Strom wirkt in einem Magnetfeld eine Kraft: die sogenannte Lorentzkraft. Diese wirkt aber hier nicht konstant, sondern natürlich wechselnd in dem Rhythmus, mit dem sich das Magnetfeld in der Spule auf und abbaut. Und das geschieht leider oft in einem vom menschlichen Ohr wahrnehmberen Bereich und äußert sich dann in einem mehr oder weniger nervigen Fiepen, dem sogenannten Spulenfiepen. Was man da genau hört, das sind die durch diese Lorentzkraft angeregten Spulenwicklungen, die aneinander (und auch am Spulengehäuse) schaben, rubbeln und sich reiben. Das Ganze ist unterschiedlich laut (je nach Belastung des Spannungswandlers) und pfeifft dann in unterschiedlichen Tonhöhen (je nach Frequenz des verwendeten PWM Signals).

Die Abhilfe

Nachdem wir ja nun wissen, wie die Geräusche entstehen, können wir uns überlegen, wie man diese am effizientesten in den Griff bekommt.

Ein einfachste (aber wohl für die meisten Fälle untaugliche) Lösung ist natürlich, den Stromfluss durch die Spule zu begrenzen ⇒ Computer aus und ab auf die Terrasse, in den Park oder den Garten. Kein Strom, keine Lorentzkraft und kein Fiepen. Funktioniert, aber wer kann und will schon so viel Zeit im Freien und abseits seines PC verbringen?

Was aber, wenn wir einen PC haben, in dem sich eine Grafikkarte befindet, die uns mit dem nervigen Fiepen die Spieleabende verleidet. Ein paar Ansatzpunkte gibt es da zum Glück schon, um das Problem, wenn schon nicht ganz zu beseitigen, so doch stark zu reduzieren. Häufig ist das Spulenfiepen am lautesten, wenn die Grafikkarte eine sehr hohe Anzahl an Bildern rendert. Wenn man nicht gerade ein Übermegamonster-PC hat (oder ein Spiel ohne Grafikanforderungen spielt), dann passiert das am häufigsten in den Menüs, wo die Grafikkarte leicht mal mehrere hundert FPS rendern kann, zumindest, wenn das nicht durch das Spiel bereits softwareseitig begrenzt wird. Und solange diese FPS-Anzahl deutlich über der des Monitors liegt, dann bringen diese zusätzlichen Frames neben einem erhöhten Stromverbauch und zumindest im Shooterbereich störenden FPS-Schwankungen auch ein meist deutlich wahrnehmbares Spulenfiepen mit sich. Die Abhilfe hier ist es also, die FPS-Zahl auf das zu begrenzen, was je nach Einsatzzweck notwendig und sinnvoll ist. Welcher FPS-Wert das ist, das liegt neben dem eingesetzten Monitor und dessen Bildwiederholfreqzenz auch an den unterstützten Technologien (G-Sync/FreeSync). Aber z.B. einen 144Hz G-Sync Monitor mit mehr als 144 Hz anzusteuern, ergibt in den allerwenigsten Fällen Sinn und dort ist eine gute Möglichkeit, diese durch einen FPS-Limiter auf den Wert darunter zu begrenzen — im angesprochenen Beispiel z.B. auf 140 oder 141 Hz. Idealerweise sollte dazu der FPS-Limiter zum Einsatz kommen, den das jeweilige Spiel bereits mitbringt. Nur wenn das nicht möglich ist, dann kann man auch auf einen externen Limiter zurückgreifen, z.B. durch Verwendung von externen Tools wie bei AMD-Grafikkarten dem AMD 'Frame Rate Target Control' Tool, dem mit dem MSI Afterburner mitgelieferten 'Rivatuner Statistics Server' oder auch durch Setzen des entsprechdenen Eintrags im Nvidia Control Panel. Bei Verwendung dieses Ansatzes ist aber darauf zu achten, dass niemals! zwei Limiter gleichzeitig aktiv sein dürfen, d.h. wenn ihr im Spiel ein Limit einstellen könnt, dann nutzt nur dies und deaktiviert alle anderen Limiter.

Schon mit einem FPS-Limit allein kann man das Problem Spulenfiepen bereits meist deutlich reduzieren. Aber ein anderer und nicht ganz so offensichtlicher Ansatz ist der, die die Geräusche verursachende Reibung der Spulenwicklungen selbst zu reduzieren. Da wir ja die Stromstärke und damit auch die Kraft nicht reduzieren können, mit der die Spulenwicklungen angeregt werden und auch die Frequenz des PWM-Signals vom Design bestimmt und nicht änderbar ist, bleibt uns nur die Möglichkeit, die Wicklungen selbst etwas zu dämpfen. An dieser Stelle aber zuerst eine Warnung: Was jetzt folgt, ist etwas, was sich im Praxiseinsatz zwar gut bewährt hat, bei dem ich allerdings darauf hinweisen muss, dass unsachgemäße Eingriffe eure Hardware beschädigen können und ich dafür keine Haftung übernehmen kann.

Also, worum geht es und was kann man gegen dieses Spulenfiepen noch tun? Wie bereits mehrfach erwähnt, entsteht das Geräusch durch das Reiben der Wicklungen der Spulen aneinander bzw. am Spulengehäuse und genau dort kann man ansetzen, um das Geräusch zu reduzieren, nämlich indem man es den Spulenwicklungen schwerer macht, sich zu bewegen und ihnen keinen bzw. weniger Raum dafür gibt. An dieser Stelle will ich eindringlich von Experimenten mit Heißkleber abraten, denn das bringt wenig bis nichts (von einer zerstörten Grafikkarte abgesehen). Das Mittel, was man verwenden kann, um einer Spulenwicklung die Bewegungsfreiheit einzuschränken, sind andere Spulenwicklungen. Und zwar indem man diese dazu bringt, selbst mehr Raum einzunehmen. Wie sich nämlich herausstellt, ist das Spulenfiepen auch zusätzlich noch temperaturabhängig. Je wärmer so eine Spule ist, desto mehr Platz brauchen die Wicklungen und desto weniger können sie sich bewegen und aneinander reiben. Nun ist das einzige Mittel, die Temperatur dieser Spulen in unserem Sinne zu beeinflussen, ihre Kühlung gezielt und moderat soweit zu reduzieren, dass diese ETWAS! schlechter gekühlt, etwas wärmer und damit leiser werden. Das klappt in der Praxis recht gut, aber natürlich darf man es nicht übertreiben und auch hier kommt es auf die jeweilige Grafikkarte an, wie man dieses Ziel am besten erreicht, denn natürlich befinden sich in unmittelbarer Nähe dieser Spulen auch Bauteile, die uns eine redzierte Kühlung möglicherweise übelnehmen würden und so muss man im Einzelfall prüfen, ob und wie sich dieser Ansatz bei eurer Karte umsetzen lässt.

Nachdem wir uns nun die Komponenten eines PCs einzeln betrachtet und für jede davon Hinweise gegeben haben, wie man den Lärm in den Griff bekommt, die jede individuell von sich gibt, betrachten wir nun noch die Sache, die das Potential hat, den Geräuschausstoß des Gesamtsystems zu beeinflussen: das Gehäuse. Wenn ihr bereits einen PC besitzt und dort nach Möglichkeiten sucht, das Gehäuse so zu modifizieren, dass es insgesamt weniger Lärm nach außen lässt, so sind die Stellschrauben dafür leider sehr begrenzt. Zumindest unter der Annahme, dass ihr das Gehäuse bereits jetzt im geschlossenen Zustand betrieben habt. Insgesamt gilt hier natürlich: überall wo Luft reinkommt, da kommt auch der Schall raus. Und wo überall Schall entsteht, das haben wir ja weiter oben bereits ausführlich beleuchtet.

Die Hauptaufgabe eines PC-Gehäuses ist es ja, die gesamten Komponenten eures PC aufzunehmen und mit den eingebauten Gehäuselüftern (bzw. denen am Radiator einer Wasserkühlung) einen gezielten Luftstrom zu erzeugen und die teure Hardware vor dem Hitzetod zu bewahren. Gezielt bedeutet hierbei fast immer: vorn/unten rein, hinten bzw. oben raus. Dass dies auch wirklich in der Weise funktioniert, dafür sorgt man mit der Ausrichtung der Lüfter. Falls ihr euch nicht sicher seid, in welche Richtung diese die Luft bewegen, dann findet sich auf deren Gehäuse meist auch ein Pfeil, der die Richtung des Luftstroms anzeigt.

Ein großer Irrtum ist es, anzunehmen, dass man einen PC am leisesten bekommt, wenn man die Vorderseite verschließt und die Lüfter an Rück- bzw. Oberseite — also in möglichst großer Entfernung zum Nutzer — einfach nur die 'heiße Luft' aus dem Gehäuse ziehen zu lassen. Aber natürlich können diese nur das aus dem Gehäuse befördern, was irgendwo reinkommt. Und das Verschließen der Vorderseite sorgt nur dafür, dass die Lüfter mit aller Anstrengung (lies: hoher Drehzahl/lautem Geräusch) die Luft aus allen Ritzen ziehen müssen. Also merken wir uns: wenn wir heiße Abluft aus dem Gehäuse ziehen wollen, dann müssen wir 'am anderen Ende' auch dafür sorgen, dass kalte Umgebungsluft in das Gehäuse gelangt und an allen zu kühlenden Komponenten vorbeiströmen kann. Daher ist ein relativ offenes Gehäuse mit gutem Luftstrom bei gleicher Kühlleistung auch meist deutlich leiser sein als eines, was zwar gut gedämmt ist, aber bei dem die Lüfter mit hoher Drehzahl laufen müssen, um die Abwärme überhaupt aus dem Gehäuse zu befördern.

Vernachlässigen sollte man aber die Dämmung des Gehäuses selbst aber trotzdem nicht. Die bei preiswerten Gehäusen häufig verwendeten Seitenwände aus dünnem Blech stellen selbst Membranen dar, die, in Schwingung versetzt, das Gehäuse in einen Lautsprecher verwandeln. Außerdem liegen die Eigenfrequenzen von ungedämmten Gehäuseblechen in einem Bereichen, in dem diese von den im Innenen entstehenden Schwingungen angeregt werden. Daher sollte man auf möglichst dickes Material für die Seitenverkleidungen achten oder Gehäuse mit Dämmmatten auskleiden, wobei die leichten, preiswerten Dämmungen erstaunlich wenig effektiv sind, denn sie 'schlucken' zwar etwas Schall von dem im inneren entstehenden Schall, aber ändern gleichzeitg wenig bis nichts am Problem des bei zu dünnen Seitenwänden vorhandenen Membraneffekts. D.h. selbst damit werden die ins Gehäuse (meist von den Festplatten) eingeleiteten Schwingungen weiterhin nach außen abgestrahlt. Wenn eine Dämmung effektiv sein soll, dann sollte man am besten auf Bitumenmatten zurückgreifen. Diese sind schwer und können die Eigenfrequenzen des Gehäuses so stark verändern (zu niedrigen Frequenzen verschieben), dass diese nicht mehr so stark vom Spektrum der eingeleiten Schwingungen angeregt werden. Eine deutlich bessere und wichtigere Maßnahme ist aber auch hier in jedem Fall, die Sache an der Quelle zu beseitigen und die Anregung durch die verbauten Festplatten zu verhindern, indem man deren Befestigung mit dem Gehäuse anpasst. Womit und was es dabei zu beachten gilt, das habe ich ja weiter oben im Abschnitt zu den Festplatten bereits beschrieben.

Weiterhin gilt aber beim Gehäuse auch das, was bereits bei den Punkten zu Wasserkühlungen bzw. den (Gehäuse)-Lüftern weiter oben bereits besprochen wurde: ideal sind möglichst große Gehäuselüfter, die den benötigten Luftstrom bei möglichst niedriger Drehzahl (lies: niedrigem Lüftergeräusch) gewährleisten können.

Eine Randbemerkung noch zu den immer mehr in Mode kommenden Gehäusen, bei denen die Grafikkarte senkrecht vor eine durchsichtigen Seitenwand verbaut wird, um den (RGB)-Lüftern bei der Arbeit zusehen zu können. Von dieser Art der Montage würde ich derzeit bei den meisten Gehäusen abraten. Der Grund ist der, dass bei dieser Art des Verbaus die Grafikkarten sehr häufig mit extrem wenig Abstand zur Gehäuse-Seitenwand betrieben werden und damit die Kühlung der Grafikkarte leidet. Und was macht diese, wenn man ihr die Luft zum atmen (kühlen) nimmt: die erhöht die Drehzahl (lies: das Lüftergeräusch), um trotzdem noch einen ausreichenden Luftstrom zur Kühlung zu gewährleisten. Aus akustischer Sicht ist solch ein Verbau also bis auf wenige Gehäuse, die wirklich viel Platz zwischen Grafikkarte und Seitenwand lassen, nicht zu empfehlen.

Auch wenn diese Möglichkeit der Geräuschreduktion sicher nicht für jeden Einsatzzweck in Frage kommt, soll sie in diesem Beitrag nicht unerwähnt bleiben. Man kann das Geräusch eines Computers auch reduzieren, indem man eine ausreichend große Entfernung zwischen seine Ohren und die Geräuschquelle bringt.

Eine Möglichkeit ist es — eine entsprechend gestaltete Wohnung mit dem notwendigen Platz vorausgesetzt — den PC selbst in einem anderen Raum zu betreiben und nur die Peripherie und das Monitorkabel an den Platz zu ziehen, von dem aus man den PC verwenden möchte. Je nach Signalleitung können damit selbst ohne viel Aufwand auch Entfernungen bis zu 5m (USB) oder 10m (HDMI/DisplayPort) überbrückt werden, wobei es hier auf die Qualität der Kabel und natürlich auch die verwendete Auflösung ankommt.

Wenn das entspannte und möglichst geräuscharme Spielerlebnis auf dem im Wohnzimmersofa der Haupteinsatzzweck ist, dann kann man auch darüber nachdenken, den PC ggf. noch weiter weg (z.B. im Arbeitszimmer) lärmen zu lassen und sich nur Bild und Peripherieverbindung an den Fernseher zu streamen. Das geht zum Beispiel mit Steam Link, wobei die entsprechenden Clients in modereren SmartTVs bereits als Software verfügbar sind und man nicht einmal eine separate Hardware beschaffen muss (wobei beim Steam Link das Hardwarelimit bzgl. Auflösung bei 1080p liegt). Eine andere Option ist ein Lösung auf Basis von Moonlight Stream, was auch Auflösungen von bis zu 4k und Bildwiederholraten von bis zu 120 fps erlaubt. Bei allen Lösungen, in der ein Bild in guter Qualität und hoher Auflösung übertragen werden muss, sollte eine gute LAN-Verbindung zwischen den Geräten vorhanden sein. Es ist zwar prinzipiell möglich, diese Kombinationen auch über WLAN zu betreiben, aber davon ist definitiv abzuraten, es sei denn, ihr wollt eure Spiele in 640x480 streamen oder beabsichtigt, dieses Setup nur für Solität- bzw. Minesweeper zu verwenden.

Aus eigener Erfahrung kann ich hier berichten, dass sich sowohl mit SteamLink als auch mit einer Moonlight-Stream-Lösung die meisten Spiele wie Assassins Creed, Skyrim oder The Witcher perfekt vom Wohnzimmersofa aus betreiben lassen. Was sicher weniger gut funktioniert, das sind eher kompetetive Shooter wie Battlefield oder Call Of Duty, aber bei diesen sitzt man ja meist sowieso mit Kopfhörer und Teamspeak vor dem PC. Und im Eifer des Gefechts stört ein gegebenenfalls doch vorhandenes Lüftergeräusch dann doch weniger.

Author: Udo Rietschel

Autor: Udo Rietschel

Udo ist einer der beiden Gründer der Argotronic UG (haftungsbeschränkt). Er schreibt Software, seit er seinen ersten Computer in die Hände bekam (einen ZX Spectrum 48k im Jahr 1988, als er noch in der DDR lebte; ein Land, das heute nicht mehr existiert - genau wie sein ZX Spectrum).
In seinem Hauptberuf ist er Software-Ingenieur und entwickelt Software für autonome Fahrzeuge bei BMW. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern; diese sind und bleiben seine Priorität Nummer eins. Die verbleibende Zeit widmet er der Entwicklung von Argus Monitor, der — seiner (voreingenommenen) Meinung nach — derzeit besten Lüftersteuerungssoftware.